11 Ein Psalm Asaphs. Israel hat dennoch Gott zum Trost, wer nur reines Herzens ist.
12 Ich aber hätte schier gestrauchelt mit meinen Füßen; mein Tritt wäre beinahe geglitten.
13 Denn es verdroß mich der Ruhmredigen, da ich sah, daß es den Gottlosen so wohl ging.
14 Denn sie sind in keiner Gefahr des Todes, sondern stehen fest wie ein Palast.
15 Sie sind nicht in Unglück wie andere Leute und werden nicht wie andere Menschen geplagt.
16 Darum muß ihr Trotzen köstlich Ding sein, und ihr Frevel muß wohl getan heißen.
17 Ihre Person brüstet sich wie ein fetter Wanst; sie tun, was sie nur gedenken.
18 Sie achten alles für nichts und reden übel davon und reden und lästern hoch her.
19 Was sie reden, daß muß vom Himmel herab geredet sein; was sie sagen, das muß gelten auf Erden.
110 Darum fällt ihnen ihr Pöbel zu und laufen ihnen zu mit Haufen wie Wasser
111 und sprechen: “Was sollte Gott nach jenen fragen? Was sollte der Höchste ihrer achten?”
112 Siehe, das sind die Gottlosen; die sind glücklich in der Welt und werden reich.
113 Soll es denn umsonst sein, daß mein Herz unsträflich lebt und ich meine Hände in Unschuld wasche,
114 ich bin geplagt täglich, und meine Strafe ist alle Morgen da?
115 Ich hätte auch schier so gesagt wie sie; aber siehe, damit hätte ich verdammt alle meine Kinder, die je gewesen sind.
116 Ich dachte ihm nach, daß ich's begreifen möchte; aber es war mir zu schwer,
117 bis daß ich ging in das Heiligtum Gottes und merkte auf ihr Ende.
118 Ja, du setzest sie aufs Schlüpfrige und stürzest sie zu Boden.
119 Wie werden sie so plötzlich zunichte! Sie gehen unter und nehmen ein Ende mit Schrecken.
120 Wie ein Traum, wenn einer erwacht, so machst du, Herr, ihr Bild in der Stadt verschmäht.
121 Da es mir wehe tat im Herzen und mich stach in meine Nieren,
122 da war ich ein Narr und wußte nichts; ich war wie ein Tier vor dir.
123 Dennoch bleibe ich stets an dir; denn du hältst mich bei meiner rechten Hand,
124 du leitest mich nach deinem Rat und nimmst mich endlich in Ehren an.
125 Wenn ich nur dich habe, so frage ich nichts nach Himmel und Erde.
126 Wenn mir gleich Leib und Seele verschmachtet, so bist du doch, Gott, allezeit meines Herzens Trost und mein Teil.
127 Denn siehe, die von dir weichen, werden umkommen; du bringest um, alle die von dir abfallen.
128 Aber das ist meine Freude, daß ich mich zu Gott halte und meine Zuversicht setzte auf den Herrn HERRN, daß ich verkündige all dein Tun.